zur Schubertiade in Schwarzenberg/Vorarlberg, Österreich: „Allegro con fantasia“, 75 humorvolle Illustrationen zu Franz Schuberts Leben und Werk

By 19. Mai 2002Allgemein

Huldigungen im Bregenzerwald

Wie der Bayreuther Karikaturist Matthias Ose den tragischen Komponisten Franz Schubert sieht

Bei der aktuellen Ausstellung „Allegro con Fantasia“ im Foyer das Angelika-Kauffmann-Saals der Schubertiade in Schwarzenberg (Österreich) steht einmal nicht das Treiben um den grünen Hügel, sondern die Personifizierung der Wiener Musik, Franz Schubert, im Mittelpunkt. Über Schubert heißt es schon von Richard Wagner in Cosimas Tagebüchern 1879 wenig schmeichelhaft: „Das sei das Wien von damals gewesen, Beethoven hat darin gelebt und so ein brünstiger naiver Bursche wie Schubert“. Der „Brünstige Bursche“ erscheint in Oses augenzwinkernden Karikaturen menschlich und gar nicht mehr wie das unglückliche Genie , als das er bekannt ist, denn dem Kulturpreisträger der Stadt Bayreuth gelingt es, mit seinen Karikaturen Schubert die Strenge zu nehmen.
Inzwischen nicht nur Fan, sondern auch Kenner der Materie geworden, erklärt Ose seine Faszination: „Schubert hat eine sehr konträre Biografie und ein schwieriges Leben gehabt. Schon zeitlebens hat sich ein richtiger Kult um seine Person entwickelt., so, dass man immer unterscheiden muss, was wirklich Schubert und was lediglich Legende rund um den „Schwammerl“ ist, wie er auf Grund seiner nicht gerade ranken Figur von seinen Freunden genannt wurde“, erklärt Ose. Schubert war ein Popstar in der Musikgeschichte, dessen Leben Stoff für viele Romane und Filme bot und schon damals herrschte ein richtiger Schubert-Kult. „Sein Leben war von vielen Hochs und Tiefs geprägt. So brauchte ich einige Zeit, um mich Schubert, wie auch seinem Werk, zu nähern, um dann zu erkennen, welche Welten in einem einzigen Schubert-Lied stecken können.“, so der Karikaturist.
Oses Zeichnungen sind meist bunt und fröhlich, sein Humor ist fein satirisch. In seinen Cartoons jongliert er mit den Stilen: Mal ganz romantisch im Stile eines Caspar David Friedrich, mal als Raffaels Engel mit Schubert Antlitz oder im Andy-Warhol-Stil ganz in der Tradition des unvergesslichen Monroe-Portäts.

Miriam Mandt
Nordbayerischer Kurier, Pfingsten 2002